Nürburgring Nordschleife

Am 18. Juni 1927 wird der Nürburgring offiziell eröffnet. Nach der Eröffnungsfeier hat der Motorsport das Wort, Motorradrennen zuerst, einen Tag später die Wagen. Der erste Sieger des Eifelrennens 1927 war das DAMC 05-Mitglied Toni Ulmen auf einer englischen Velocette in der 350ccm-Klasse. Bei der Premieren-Veranstaltung sind Rudolf Caracciola bei den Automobilen und Toni Bauhofer bei den Motorrädern die Schnellsten. Caracciola, ein Hotelierssohn aus Remagen, ist schon zu dieser Zeit ein erfolgreicher Pilot. Doch mit dem Sieg im Premierenrennen wird er zur Legende. „Meister des Nürburgrings" nennen ihn die Experten schließlich.

Nach der Eröffnung des Nürburgrings mitten in der weltweiten Wirtschaftskrise meldete die Rennstrecke spätestens mit dem Beginn der legendären Silberpfeil-Ära immer neue Rekordzuschauerzahlen. Das anspruchsvolle Asphaltband hatte in seiner ursprünglichen Form eine Länge von circa 28 km. Die Kombination aus 22,8 km Nordschleife und 7,7 km Südschleife weist 89 Links- und 84 Rechtskurven auf. Nicht wenige Veranstaltungen werden in den Folgejahren ausschließlich auf der kürzeren Südschleife ausgetragen, die in etwa zwischen der heutigen Coca-Cola-Kurve und dem Ortsrand von Müllenbach liegt. Doch der eigentliche Nürburgring, das ist die Nordschleife: Ein respekteinflößendes Gewirr von Kurven und Kuppen, Sprüngen und teuflisch engen Passagen.

Am prägnantesten brachte es der Formel-1-Weltmeister von 1969, 1971 und 1973 auf den Punkt: Als „Grüne Hölle" bezeichnete Jackie Stewart die Strecke, auf der bis Mitte der 70er Jahre auch Formel-1-Rennen ausgetragen wurden. Als am 1. August 1976 Formel-1-Weltmeister Niki Lauda schwer verunglückte, kam – nach jahrelangen Sicherheitsdiskussionen – das endgültige Aus für die alte Strecke. Der Nürburgring in seiner Ur-Form blieb bis 1982 in Betrieb, ehe der Bau einer kürzeren und moderneren Grand-Prix-Strecke in Angriff genommen wird.

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Heute hat die legendäre Nordschleife eine Länge von 20,800 km und kann unabhängig von Rennen auf der GP-Strecke befahren werden. Das Streckenprofil ist immer noch einzigartig: Der Kurs verfügt über insgesamt 73 Kurven (33 links und 40 rechts). Der Höhenunterschied zwischen der niedrigsten (Breitscheid) und der höchsten Stelle (Start-Ziel) beträgt 300 Meter. Zwischen den Abschnitten Karussell und Hohe Acht weist die Strecke eine maximale Steigung von bis 17 Prozent auf. Im Abschnitt Fuchsröhre beträgt das Gefälle elf Prozent.

Genutzt wird die Nordschleife heute unter anderem von der Automobil- und Zulieferindustrie, die hier häufig zum Praxistest anrücken. An vielen Tagen im Jahr ist der Kurs außerdem für den Touristenverkehr freigegeben. Und natürlich finden hier auch nach wie vor Rennen statt: Immer wieder wurde die Nordschleife dazu umfangreich ausgebaut, Kiesbetten und Auslaufzonen angelegt. Leitplanken- und Fangzaunsysteme machen sie heute zu einer Rennstrecke auf modernem Sicherheitsstandard.